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Zucht
Die Zucht von Leopardgeckos ist relativ einfach und gelingt fast von alleine, sobald man den Tieren auch einen Lebensraum bietet in dem sie sich wohlfühlen können.
Es ist aber besser die Männchen erst zu den Weibchen zu setzten wenn die Tiere alle geschlechtsreif sind. Männchen sind so mit ca. 8 Monaten und Weibchen mit 1 ½ Jahren Geschlechtsreif. Von mir bekannte Züchter setzen die Tiere schon zusammen wenn sie so annähernd 50g wiegen und hier gibt es bezüglich der Paarung auch keinerlei Probleme.
Gerade für einen Züchter ist es interessant zu dokumentieren wann welches Gelege inkubiert wurde, wann die kleinen schlüpfen und aus welcher Verpaarung die Schlüpflinge stammen.
 
Winterruhe
Für eine erfolgreiche Zucht sollten die Tiere ca. 3 Monate Winterruhe halten. Generell sollten nur adulte und gesunde Tiere in die Winterruhe geschickt werden. Damit sich die Weibchen in der Winterruhe etwas erholen können, sollten die Tiere einzeln überwintert werden oder zumindest das Männchen in dieser Zeit von den Weibchen getrennt werden, denn wenn das Männchen die Weiber auch hier bedrängen würde wäre das für die Weiber viel zu viel Stress.
Auch wenn man nun nur eine Gruppe von Weibchen hat so sollte man auch diese in Winterruhe schicken, denn Ziel der Terraristik ist es ja, das Tier möglichst artgerecht zu halten und hierzu gehört nunmal auch die Winterruhe.
Da die Tiere in der Winterruhe kein Futter bekommen, werden die Tiere vorher noch einmal richtig gefüttert. Hierbei ist darauf zu achten das die Tiere vor der Winterruhe dann auch noch einmal Kot absetzen. Auch wenn die Tiere in dieser Zeit nicht fressen und sich kaum außerhalb ihrer Höhlen aufhalten werden, bekommen sie weiterhin jeden Tag frisches Wasser.
Bei mir geht die Winterruhe von November bis ende Januar und somit beginne ich schon im Oktober damit, die Temperatur und die Beleuchtungsdauer langsam herunter zu setzten. Zu beginn der Winterruhe habe ich dann eine Beleuchtungsdauer von 6h und eine Temperatur von ca. 18°C. Nachts muss man darauf achten das die Temperatur nicht unter 10°C fällt.
So Mitte Januar beginne ich wieder langsam die Beleuchtungsdauer und die Temperatur auf das normale Niveau zu regeln.
Nachdem nun die Temperatur und die Beleuchtungsdauer wieder ganz normal sind fängt man auch an, die Leos wieder zu füttern. Am Anfang vielleicht nicht gleich so viel, denn der Magen muss damit ja auch erst einmal klar kommen.
 
Paarung und Eiablage
Nach Beendigung der Winterruhe kann man dann seine Tiere wieder zusammen setzen und kurz darauf legen diese auch schon wieder mit der Paarung los

Paarung
Trächtig
bei der Paarung
trächtiges Weibchen
man sieht die Eier recht gut

Wenn man nun sieht, dass man ein trächtiges Weibchen im Terrarium hat sollte man darauf achten, dass dieses Weibchen etwas mehr Futter bekommt. Hierzu eignen sich besonders gut kleine Babymäuse, die man in jedem guten Zooladen gefroren kaufen kann.
Nach einigen Wochen kann man nun beobachten wie das Weibchen durch das Terrarium streift und an einigen Stellen wahrscheinlich schon mit Probegrabungen anfängt. In den meisten Fällen legen die Weibchen dann auch ihre Eier in die vorbereiteten Wetboxen, Diese Wetboxen sollten mit einem feuchten grabfähigen Untergrund befüllt sein. Ich persönlich verwende hierfür reinen Humus und habe festgestellt, daß die Tiere diesen auch sehr gerne nutzen. Natürlich kann man auch ein Sand-Humus oder ein Sand-Lehm Gemisch verwenden. Solange die Tiere diese Wetbox annehmen ist alles okay.
Leopardgecko Weibchen legen normalerweise pro Gelege 2 Eier, diese verbuddeln sie dann und bewachen ihr Gelege auch noch kurze Zeit. Ich persönlich entnehme die Eier immer erst, wenn das Weibchen die Box verlassen hat und auch keine Anstalten macht sofort wieder zurück zu wollen.
Es kann auch manchmal vorkommen das ein Weibchen 1 Ei oder sogar 3 Eier (sehr selten) pro Gelege hat, meist sind diese Eier dann aber leider unbefruchtet.
 
Inkubation
Also ich persönlich würde die Eier immer in einem Inkubator inkubieren aber es gibt auch die Möglichkeit die Eier im Terrarium zu inkubieren.
Wenn man die Eier im Terrarium beläst, muss man die Eier aber irgendwie sicher abdecken, damit die kleinen nach dem Schlupf nicht ausversehen im Magen der Eltern enden. Für die Großen ist das Halt: Es ist klein, es zappelt also muss es Futter sein!
Wenn man die Eier in einem Inkubator inkubieren möchte, sollte dieser 1-2 Tage probe laufen, damit man sicher sein kann, dass er die eingestellte Temperatur auch hält..
Wenn nun alles fertig ist und das Weibchen die Eier abgelegt hat, kann man nun vorsichtig die Eier in der Wetbox frei legen. Die Eier werden dann ganz vorsichtig ohne ihre Position zu verändern in eine vorbereitete Heimchendose mit Brutsubstrat getan. Die Eier dürfen auf keinen Fall gedreht werden, denn das drehen der Eier könnte zum absterben der Embryos führen. In den ersten 24h nach der Eiablage ist die Gefahr nicht ganz so groß, dass den Embryos beim drehen der Eier was passiert. Um aber kein Risiko einzugehen, markiere ich die Eier vor der Entnahme mit einem kleinen Bleistift, damit ich sie wieder in die richtige Position lege. Achtung die Eier sind am anfang noch sehr weich!
 
Gelege
 
Es gibt verschiedene Arten von Brutsubstrat, ich aber habe die besten Erfahrungen mit Vermiculit gemacht. Bevor das Vermiculit in die Heimchendose kommt, wird es erst nass gemacht und dann wieder richtig gut ausgedrückt, damit das Vermiculit zwar schön feucht ist aber nicht zu nass. Dann kann man das Vermiculit in die Dose geben und für die Eier kleine Mulden mit dem Finger machen, denn die Eier sollten ca. zu 2/3 vom Vermiculit eingeschlossen sein. Noch den Deckel von der Dose wieder drauf und ab in den Inkubator. Den Deckel der Dose sollte man an einer Ecke offen lassen, so läuft entstehendes Schwitzwasser zum Deckelrand und es besteht keine Gefahr, dass das Schwitzwasser direkt auf die Eier tropft.
Im Inkubator sollte immer ein Luftfeuchtigkeit von ca. 80% herrschen und auch das Vermiculit muss ab und an mal kontrolliert werden, ob es noch feucht genug ist.
Die Inkubationsdauer hängt von der eingestellten Temperatur ab und kann zwischen 40 – 90 Tagen liegen. In den ersten 20 Tagen der Inkubation kann man anhand der Inkubationstemperatur auch das Geschlecht der Schlüpflinge bestimmen.
 
bei ca. 26°C 90% 0.1
bei ca. 29°C 50/50 0.1 + 1.0
bei ca. 31°C 90% 1.0
bei ca. 33°C 75% 0.1
Achtung diese Weibchen nennt man heiß gezeitigt sie sind gegenüber Artgenossen wesentlich aggressiver als die anderen
Bei der Inkubation über 34°C kann es zum absterben der Embryonen kommen
 
Meistens züchte ich Weibchen und bei einer Temperatur von 26,5°C schlüpfen die kleinen meist zwischen dem 60 – 70 Tag. Wenn die kleinen dann schlüpfen hängt an ihnen noch der Dottersack, der die kleinen die ersten Tage mit Nahrung versorgt. Der Schlupf deutet sich meist durch leichte Dellen im Ei und dem schwitzen des Ei`s an. Aber aufpassen wenn in der Inkubationszeit Dellen im Ei entstehen und das Schlupfdatum noch zu weit weg liegt könnte es auch bedeuten, das euer Brutsubstrat zu trocken ist. Einfach vorsichtig nachfeuchten sollte das Problem dann beheben.
 
 
Aufzucht der Jungtiere
Nach dem Schlupf nehme ich die kleinen aus der Heimchendose, Achtung die kleinen sind verdammt flink. Die kleinen bitte erst rausnehmen wenn sie den Dottersack vollständig aufgenommen haben.
Ich setzte die kleinen nach dem Schlupf in eine kleine Box, die ich mit Zewa ausgelegt habe. In dieser Box befindet sich noch eine Versteckmöglichkeit und eine Wasserschale. Das Zewa mache ich ein wenig feucht, dann heilt die kleine Wunde am Bauch, wo der Dottersack aufgenommen worden ist, besser. Diese Box stelle ich dann wegen der Temperatur erst einmal in die kühlere Ecke des großen Terrariums.
Nach 3-5 Tagen bekommen die kleinen das erste Futter, vorher sind sie ja noch durch den Dottersack versorgt. Wenn sie dann ihre erste Nahrung aufgenommen haben und ganz gut mit dem Jagen klar kommen werden die kleinen in eine Faunabox umgesetzt, die ebenfalls noch mit Zewa ausgelegt ist. Dort kann man dann auch schon den kleinen ein paar Klettermöglichkeiten anbieten. Bodengrund eignet sich in diesem Alter noch nicht für die Schlüpflinge, denn wenn sie beim Jagen mal daneben schnappen, fressen sie nachher Bodengrund mit und das wäre nicht so gut.
 

Box
Fauna
Box für die 1. Tage
Box für den 1. Monat

 
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten die Faunaboxen zu temperieren. Man kann z.B. die Boxen zur Hälfte auf eine Heizmatte legen. Aber wirklich nur zur Hälfte, damit die Tiere auch noch Rückzugsmöglichkeiten in kühlere Ecken haben. Auch eigenen sich Heizkabel wunderbar zum temperieren der Faunaboxen indem ich das Kabel hinter die Boxen lege. Eine weiter gute Möglichkeit ist es die Boxen in ein leeres großes Terrarium zu setzen und die Boxen dann mit der Beleuchtung im Terrarium temperieren. Natürlich ist da die Temperatur in den Boxen und nicht die im Terrarium wichtig. Man sollte auch nicht unbedingt die Boxen direkt unter den Spot legen, das könnte etwas zu warm werden. Die kleinen sollten nämlich in der ersten Zeit von der Temperatur etwas niedriger gehalten werden als die adulten Tiere, so ca. bei 28°C.
Im ersten Lebendmonat der Schlüpflinge, halte ich die kleinen alle einzeln, damit ich Kontrolle darüber habe wie gut und wie viel die kleinen Fressen. Wenn dann alles gut läuft und die kleinen gut fressen setzte ich sie zusammen in ein großes Terrarium. Natürlich wird auch dort beobachtet, ob die kleinen weiterhin gut fressen. Dort gewöhne ich sie dann auch an die normalen Temperaturen und im 2. Monat setze ich sie das erste mal auch auf den Bodengrund.
Mindestens bis zu ihrem 3. Lebensmonat werden die kleinen täglich gefüttert (besser bis zum 6.), am besten eigenen sich hierzu kleine Heimchen und wie bei den großen werden auch hier die Futtertiere immer mit Vitaminpulver bestäubt. Sobald die kleinen groß genug sind um mittlere Heimchen zu fressen (die Futtertiere sollten nicht größer als der Kopf des Leos sein), kann man sie langsam an die normalen Futterintervalle gewöhnen. Natürlich brauchen auch die Jungtiere jeden Tag frisches Wasser.
Wenn man daran interessiert ist sein Nachzuchten abzugeben sollte dies nicht vor dem 3. Lebensmonat der kleinen passieren.